Die Mauser Historie

Die Firma

Tauchen Sie ein in die Welt einer Legende. Erfahren Sie alles über die Gebrüder Mauser, ihre Firmengründung und die Entwicklung zur internationalen Premium-Marke. Parallel zeigt sich auf der rechten Seite des Historienstrahls die Waffen­geschichte der Mauser Jagdwaffen.

Die Waffen

1872

Die Gebrüder Mauser

Wilhelm (*1834) und Paul (*1838) Mauser wachsen in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon als Kinder arbeiten sie wie ihr Vater in der staatlichen Gewehrfabrik in Oberndorf/Neckar. Mit viel Fleiß, technischer Begabung und hervorragendem Verhandlungs­geschick gelingt den Brüdern die Gründung der Waffenfabrik Mauser.

Gebr. Mauser & Co. Waffenfabrik Oberndorf

Nach erheblichen konstruktiven Veränderungen fällt eine Vor­entscheidung zu Gunsten des Mauser-Gewehrs mit der vorläufigen Bezeichnung "Modell 1871 (M/71)". Die Schussweite kann mit diesem Gewehr von 800 m auf 1800 m gesteigert werden, auch wird eine höhere Durchschlagsleistung erzielt.
Weitere Verbesserungen folgen; schließlich wird die vorgelegte Musterwaffe als neues Infanteriegewehr Modell 1871 (M/71) festgelegt und dessen Einführung für die Neubewaffnung der Infanterie der gesamten Armee des Deutschen Reichs (mit Ausnahme Bayerns) befohlen.

Modell 71

Mit diesem Infanteriegewehr Modell 1871 (M/71) wird die Infanterie der gesamten Armee des Deutschen Reichs (mit Ausnahme Bayerns) ausgerüstet.

Die Gebrüder Mauser
Modell 71

1882

Tod Wilhelm Mauser

Am 13. Januar 1882 stirbt Wilhelm Mauser. Sein Bruder Paul übernimmt die alleinige Firmenleitung des expandierenden Unternehmens.

Tod Wilhelm Mausers

1884

Repetiergewehr M.71/84

Angeregt durch amerikanische (Spencer, Winchester) und Schweizer (Vetterli) Vorbilder, baut Paul Mauser das Gewehr M/71 durch Anbringen eines Rohrmagazins zu einem Repetier-Gewehr um. 2000 Probegewehre erzielen in der preußischen Militär-Schießschule auch unter härtesten Versuchsbedingungen gute Ergebnisse.

 

Der preußische König und der deutsche Kaiser veranlassen die Einführung des neuen Gewehrs in die Infanterie der Armee, unter der Bezeichnung Modell 71/84 (M.71/84). Die Herstellung des neuen Repetierers findet jedoch in staatlichen Gewehrfabriken Bayerns und Preußens statt. Die Firma Mauser ist nicht am großen Geschäft beteiligt. 

Die von Paul Mauser zum Gewehr M.71/84 konzipierte Jägerbüchse 71/84 wird als Modell nicht angenommen.

M.71/84
Modell 71/84

1888

Gewehr 88

Eine Umbewaffnung der preußischen Truppen mit dem neuen "Gewehr 88" erfolgt ohne Rücksicht auf Kosten und Qualität. Mauser reagiert auf zahlreiche Beschwerden und Unfälle mit kontinuierlichen Verbesserungen.

Modell 88

1889

Erstes Kleinkaliber-Modell

Die Bedürfnisse des neuen Marktes erfüllt Mauser mit der Einführung einer kleinkalibrigen Waffe in Belgien. Die Erfolgsserie beginnt. Das spanische Gewehr von 1893 führt direkt zum deutschen Modell 98 ("Gewehr 98"). Als Nachfolgemodell für das "Gewehr 88" soll das "Gewehr 98" im Auftrag des Kaisers erprobt werden.

Erstes KK-Modell

1896

Pistole "Modell C 96"

Paul Mauser bringt eine zehnschüssige Selbstlade-Pistole, die Mauser "Modell C 96", auf den Markt. Die Herstellung von Taschen-Selbstlade-Pistolen und Kleinkaliber-Büchsen wird aufgenommen.

Modell C 96

1898


"Modell 98"

Nach einer 7-monatigen Versuchsphase wird am 5. April 1898 das endgültige Design des "Gewehrs 98" zugelassen. Der internationale Durchbruch erfolgt mit der Einführung des "Modells 98" im Kaliber 8 x 57.

Dieses "Gewehr 98" wird im Ersten Weltkrieg die wichtigste Waffe der deutschen Truppen. Eine Umrüstung der aktiven Truppen mit dem "Gewehr 98" erfolgte sukzessive bis 1907 beziehungsweise 1912 (Reservetruppen). Bis heute wurden weltweit ca. 100 Millionen System 98 hergestellt.

Modell 98

1903

Von 1903 bis 1930 findet diese sehr einfache Jagdbüchse als billigstes Modell Abnehmer in Militärkreisen. Die meisten C-Modelle haben militärische Systeme und Kammern, vereinzelt gibt es auch Exemplare mit zivilen Systemen.

Modell C

1904

Dieser Typ entsteht ca. 1904 auf Anfrage deutscher Siedler in Ost- und Südwestafrika. Unter allen vier Systemgrößen sind die Magnums und Kurzsysteme sehr selten. Vor Ort werden aus geschmacklichen Gründen Änderungen an Schaft und Lauf vorgenommen, so dass nur wenige dieser Modelle im Originalzustand vorzufinden sind.

Modell Afrika

1908

Heute Vorbild für feinste Repetierer englischer Bauart. Von Mauser vor dem Ersten Weltkrieg als teuerstes Top-Modell mit 8 Varianten präsentiert. Diese Typ A-Gewehre werden nur in Mauser-Kalibern, aber in unterschiedlichen Systemlängen gefertigt und gehen hauptsächlich an Kundschaft außerhalb Europas. Die seltensten A-Varianten sind .404 Jeffery (Magnum) und .250/3000 Savage (Kurzform)

"Special Rifle Type A"

1914

Tod von Paul Mauser, Ausbruch des Ersten Weltkriegs

Paul Mauser erhält in seinen letzten Lebensjahren zahlreiche Ehrungen: Als königlicher Kommerzienrat wird er 1898 in den Reichstag gewählt. 1912 überreicht man ihm die Grashof-Gedenkmünze des Vereins Deutscher Ingenieure, obwohl er nie Ingenieur war. Im selben Jahr wird er mit dem Ehrenkreuz des Ordens der württembergischen Krone geadelt.
Am 29. Mai 1914 stirbt Paul Mauser im Alter von 76 Jahren an einer Embolie. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 führt schnell zu einem Produktionsanstieg des "Gewehrs 98". Die Forschung gerät in den Hintergrund. Bis Ende 1916 steigt die Mitarbeiter-Zahl auf ca. 7000 an.

1914 Modell M Stutzen

Das Modell M (M für Mannlicher Art, in Konkurrenz zum Mannlicher-Schönauer Stutzen) ist von 1914 bis 1946 im Lieferprogramm von Mauser. Diese leichte, handliche Waffe wird nur mit Standard-, Mittel- und kurzen Systemen geliefert und im Kaliber 9 x 57 oder kleiner. Unter fünf Standardvarianten sind die M Stutzen mit kurzen Systemen sehr selten.

Modell S Stutzen

(S für Stutzen). Dieses Kurzgewehr ist gleichzeitig mit dem Modell M auf dem Markt, in 7 Standardausführungen mit je 50 cm langen Läufen. Von diesem Modell wurden erheblich mehr produziert als von den M-Stutzen. Auch hier sind die kurzen Varianten am seltensten.

Tod von Paul Mauser
Modell M Stutzen

1923

Aus diesem verbreitetsten Jagdgewehrtyp des europäischen Festlands entstehen 16 Varianten mit vielen unterschiedlichen Visier-Einrichtungen und mindestens drei Laufprofilen. Geliefert werden alle vier Systemlängen und fast alle Mauser-Kaliber.

Modell B

1935

Unter dieser Bezeichnung wird bis ca. 1940 eine leichte Büchse mit Halbschaft in 8 Varianten angeboten.

Modell K

1945

Zerstörung der Waffenfabriken

Bis 1944 gelingt Mauser trotz der Kriegswirren noch die Produktion von Jagdwaffen. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs werden die Mauser-Fabrikanlagen in Oberndorf, Berlin und Karlsruhe durch den Bombenkrieg beschädigt beziehungsweise von den Besatzungsmächten demontiert.
Bis 1965 baut Walter Röll, der letzte Leiter der Jagdwaffen-Abteilung, Mauser-Büchsen aus Restbeständen in seinem Schrebergarten - unter französischer Aufsicht. Seine Qualitätsarbeit wird von französischen, britischen und amerikanischen Offizieren geschätzt.

Zerstörung

1954

Wiederaufbau und Vertrieb der Fabrikate

Nach Neuordnung und Wiederaufbau der Firma schreiten die Entwicklungen auf dem Waffensektor wieder voran: Neben Jagd- und Sportwaffen entstehen Fliegerabwehrkanonen und Flugzeugbordkanonen. Der zivile Fertigungsbereich umfasst Messmaschinen, Werkzeugmaschinen sowie Sonderlehren. Munitionsprüfgeräte und Gasdruckmesser werden nach den neuesten technologischen Erkenntnissen gebaut und finden international Anerkennung, auch bei der Nato.

Wiederaufbau

1965

Mauser "Modell 66"

Die Firma Mauser erwirbt 1963 Herstellungsrechte an einer Sportwaffe mit Kurzverschluss, entwickelt von dem bekannten Schützen und Waffenhändler Walter Gehmann. 1965 wird diese Repetier-Büchse als "Mauser Modell 66" eingeführt.
In den 60er Jahren kommt es zu einer Wiedereinführung der HSc- und Parabellum-Pistolen, ebenso wie von Gewehren, produziert in externen Fabriken unter dem Namen "Mauser".

Mauser "Modell 66"

1966

Eine Mauser Repetierbüchse mit Kurzverschluß als Nachkriegsentwicklung. Durch den einfachen Wechsel der Hauptkomponenten Lauf (und damit Kaliber) und Verschluß entsteht erstmals eine Systemfamilie im Jagdwaffenbereich. Eine Verkürzung der Gesamtlänge um 10 cm bei gleich bleibender Lauflänge erhält die unverminderte ballistische Leistung.

Modell 66 SP
Ein Scharfschützengewehr mit Matchlauf in schwerer Ausführung. Auf Wunsch auch in anderen Kalibern als .308.Win. gefertigt.

Lauflänge 70 cm

Modell 66 S

1971

Bockdoppelflinten mit und ohne Ejektor, Einabzug oder Doppelabzug in unterschiedlichen Konstruktionen wurden in Lizenzfertigung von spanischen und italienischen Herstellern für Mauser produziert, z.B. Mauser Gold oder Modell 71.

Flinten

1974

Die Firma Friedrich Wilhelm Heym in Münnerstadt fertigt unter dem Namen Mauser die Modelle 2000, 3000 und 4000 als moderne Nachfolger des 98er Systems mit kurzem Auszieher und separatem Ausstoßer.

Modell 2000/3000/4000

1977

Modell 77

Neukonzeption einer Repetierbüchse mit auswechselbarem Magazin und neuartigem, kombiniertem Flintenabzug mit Rückstechereinrichtung, die durch automatisches Entspannen bei der Verschlussöffnung die Sicherheit des Schützen gewährleistet.

Modell 77

1981

Mauser "Modell 77" und "Modell 86"

Eine Mauser Repetier-Büchse mit auswechselbarem Magazin und neuartigem, kombiniertem Flintenabzug mit Rückstechereinrichtung wird vorgestellt. Ihr folgte das "Modell 86" für das Präzisionsschießen und den Behördenwaffen-Bereich.

Modell 86

1986

Mauser Kleinkaliber-Büchsen wurden produziert von 1898 bis 1986. Unter der Bezeichnung "Mauserlein" (Volksmund) wurden in diesem Zeitraum ca. 500.000 Kleinkaliber-Büchsen verkauft, darunter auch diverse Sportmodelle wie das "Olympia-Modell".
Mit dem KK-Repetierer Modell 201 mit allen Merkmalen eines richtigen Jagdgewehrs schließt Mauser die Serie ab. Als Standardmodell oder in Luxusausführung. Robuste, zuverlässige Systemkonstruktion ohne Verwendung von Kunststoffteilen.

Kleinkaliber-Büchsen

1994

Mauser Repetierbüchse im klassischen Stil, mit Nussbaumschaft und herausnehmbarem Magazin.
Lauflänge: Standard 56 cm / Magnum 61 cm

Modell 94

1995

Eine Übernahme der Firma Mauser durch die Rheinmetall-Gruppe erfolgt 1995-96. Der Firmenbereich mit Waffenproduktion heißt jetzt "Mauser-Werke Oberndorf Waffensysteme GmbH".

Das Mauser "Modell 96" wird als neue Jagd-Repetierbüchse mit Geradezug-System vorgestellt.

Mauser Repetierbüchse mit Geradezug-Verschluß, Nussbaumschaft und Mehrladeeinrichtung.
Die Premium-Version hat ein herausnehmbares Magazin und ein poliertes Finish.
Lauflänge: Standard 56 cm / Magnum 61 cm

Modell 96 S
Variante "Stainless". Glasfaserverstärkter Kunststoffschaft mit herausnehmbarem Magazin.
Lauflänge: 56 / 61 cm Standard / Magnum

Übernahme
Modell 96

1997

Mauser Repetierbüchse mit Geradezug-Verschluß, Handspannung, Nussbaumschaft mit herausnehmbarem Magazin.
Lauflänge: Standard 56 cm / Magnum 61 cm

Modell 97 De Luxe
Version mit Luxus-Schaft und Edelholzabschlüssen.

Modell 97

1998

Großwild-Jäger in Indien und Afrika verhelfen dem 98er Gewehr zu seinem legendären Ruhm. Zum 100jährigen Jubiläum legt Mauser vier Sonderserien des Modells 98 auf: eine limitierte Sammlerserie des kaiserlichen Infanteriegewehrs 98 sowie des Karabiners 98K und 2 auf je 100 Stück begrenzte Sonderserien der Magnum-Großwildbüchse im 30er-Jahre-Stil (.375 Holland & Holland und .416 Rigby).

100 Jahre Mauser Repetiersystem 1898

1999

Rheinmetall verkauft den Mauser Zivilwaffenbereich, es entsteht die Mauser Jagdwaffen GmbH mit Sitz in Isny im Allgäu, wo fortan ausschließlich Waffen für den Jagdbereich produziert werden.

Die Erfolgsmodelle M 98 und M 98 Magnum werden wieder nach Originalzeichnungen gefertigt.

Mauser Jagdwaffen
Mauser M 98 und M 98 Magnum

2003

Die Jagd-Repetierbüchse "M 03" kommt auf den Markt. Eine Waffe mit zahlreichen Innovationen, die es bei Mauser seit dem legendären "Modell 98" und der "Mauser 66" so nicht mehr gegeben hat.

Mauser M 03

2012

Mauser feiert das Bestehen der Firma Mauser seit 140 Jahren. Anlässlich dieses runden Firmenjubiläums präsentiert Mauser das auf 140 Stück limitierte Sondermodell der Mauser M 03.

140 Jahre
Mauser M 03 Jubiläumsmodell

2013

Die neue Repetierbüchse M 12 bietet legendäre Mauser-Qualität in einem herausragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Sowohl die Ausführung mit Holzschaft als auch die M 12 Extreme mit Synthetikschaft überzeugen durch solide Ganzstahl­konstruktion, hervorragenden Direktabzug und direkter Verrieglung im Lauf.

Mauser M 12