26.03.2026 • Jagd & Jäger

Jagd am Ende der Welt | Rentierjagd in den Fjorden Islands

Der Nebel verschluckt alles

Als mein Bruder Franz, Jagdfreund Gunnar und ich am frühen Morgen unsere Ausrüstung in den Toyota Tacoma laden, liegt Island noch im Dämmerschlaf. Der Himmel ist ein einziges graues Schweigen. Unser isländischer Guide Bjarki – ein wortkarger Mann mit wettergegerbtem Gesicht und dem ruhigen Blick eines Menschen, der die Natur kennt und respektiert – wirft einen Blick auf die Wolkendecke und schüttelte nur langsam den Kopf. Kein gutes Zeichen. Nebel - genau wie gestern. Doch wir wollen es erneut versuchen.
 
Die Fahrt ins Jagdgebiet führt uns durch eine Landschaft, die ab und an hinter sich kurz lüftenden  Nebelschleiern eine ungezähmte Schönheit ausstrahlt. Schwarze Lavafelder, steile Fjordhänge, oben steinig und dunkel, im Tal in tiefes Grün übergehend, zwischendrin durchzogen von glänzenden Wasserarmen, die sich wie filigrane Silberfäden die schwarzen Hänge hinabziehen.
 
Stundenlang pirschen wir durch das karge Hochland, glasen, hoffen, harren aus. Die Sicht beträgt zeitweise kaum fünfzig Meter. Bjarki führt uns mit sicheren Schritten bergan über rutschiges Geröll bergab durch knöcheltiefen Morast – nur die Rentiere, auf die wir hoffen, bleiben unsichtbar. Bis auf die den flüchtigen Moment, in dem die Nebelschleier ihr böses Spiel mit uns treiben und nur für einen kurzen Augenblick einen Blick auf die Hänge freigeben auf denen wir tatsächlich eine Herde Rentiere ausmachen können. Doch schon im nächsten Moment wieder legt der Nebel – hier nicht der Gams- sondern der Rentierhüter – seine schützende Hand über das Wild. Eine weiß-graue Wand, die alle Konturen gierig verschlingt. So geht das den ganzen Tag. Am Abend kehren wir erneut mit leeren Händen ins Quartier zurück.
Text: Paul Kretschmar Fotos: Aske Rif Torbensen
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Die Fjorde geben ihre Geheimnisse preis

Der dritte Morgen bricht klar und kalt an. Über Nacht hatte der Wind den Nebel fortgefegt und nun - endlich - zeigt sich Island in seiner ganzen Pracht: Scharfkantige Bergkuppen spiegeln sich in den dunklen Fjordgewässern, der Himmel schickt die ersten zarten Pastelltöne eines sonnigen Tages voraus. Die Luft hat diese kristalline Klarheit, die man sonst nur selten auf der Welt findet – jede Kontur ist scharf, jeder Laut weit zu hören. Franz, Gunnar und ich wechseln in stummem Einverständnis einen Blick – heute wird sich das Blatt wenden!

Wir fahren die steile Küste entlang in Richtung Nordosten, tiefer in die Fjordlandschaft hinein, vorbei an gigantischen Basaltformationen, die wie erstarrte vorzeitliche Wächter über die Täler ragen. Bjarki hält plötzlich an, greift zum Fernglas und richtet es auf einen Berghang gegenüber. Er sagt kein Wort, reicht das Glas an mich weiter und deutet mit einem knappen Kopfnicken auf einen Punkt hoch oben im Gelände. Ich setze an – und mein Herz beginnt zu rasen.

Vielleicht siebenhundert Meter entfernt an einem steil abfallenden Berghang, zieht eine Herde Rentiere, ruhig und trittsicher. Ein starker Bulle steht etwas abseits und hebt hin und wieder das Haupt mit dem starken Träger, auf dem das ausladende Geweih ruht – ein Bild beeindruckender Wildheit.

Moment der Wahrheit

Was folgt, wird sicher eine der anstrengendsten und aufregendsten Stunden meines jagdlichen Lebens. Bjarki führt uns – in rasendem Tempo, wie von Siebenmeilenstiefeln getragen – in einem weiten Bogen um den Hang herum, immer gegen den Wind, immer in der Deckung der Felsen. Der Aufstieg ist steil und gnadenlos – loses Geröll, eisige Pfützen zwischen den Felsen, die Lungen brennend vor Anstrengung in der dünnen Bergluft. Auch Franz keucht hinter mir, doch keiner von uns denkt auch nur einen Moment ans Aufgeben.

Nach etwa zwei Stunden – mit nur kurzen Pausen - haben wir uns auf etwa zweihundert Meter an die Herde herangepirscht. Auf dem Bauch liegend, robbe ich die letzten 50 Meter hinter Bjarki her zum letzten Felskamm, das Herz schlägt mir bis zum Hals. Der Guide winkt Franz und mich heran, zeigt auf ein etwa 150 Meter entferntes Plateau unter uns, auf dem die Herde äst. Der Bulle ist im vor Adrenalin zitternden Fernglas schnell angesprochen. Tief durchatmen. Zweibein ausfahren, den robusten Polymerschaft der Mauser 18 Extreme anbacken, Ziel erfassen, draufbleiben.

In den Sekunden, die auf unsere Schüsse folgen, herrscht absolute Ruhe, andächtige Stille – nur der kalte Wind und das leise Rauschen eines unsichtbaren Baches tief unten im Tal dringen heran. Der Bulle liegt, auch Franz hatte Waidmannsheil. Er erlegte eine passende Rentierkuh mit sauberem Schuss. Und nun harren wir – zwei Brüder - hier nebeneinander auf dem kalten Felsen aus und schweigen – jeder für sich in diesen Moment versunken. Dann richten wir uns zeitgleich auf, die Anspannung und Anstrengung der letzten Tage fällt von uns ab. Gunnar und Bjarki kommen heran, gratulieren uns herzlich zu unserem Waidmannsheil und wir liegen uns in den Armen. Eine Geste, die alles sagt und die das gemeinsam Erlebte besser ausdrückt als Worte. Den nervenaufreibenden Nebel der ersten Tage, die anstrengenden langen Aufstiege, die Momente des Zweifels – und nun das stille Glück, nicht nachgegeben zu haben.

 Dann gehen wir schweigend hinab, um dem Wild die letzte Ehre zu erweisen, es zu versorgen und uns dann an das langwierige und schweißtreibende Bergen zu machen. Der Wind, das Wild, die Weite der Fjorde – Island hat uns etwas geschenkt, das sich nicht in Worte fassen lässt.

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Fazit: Island – eine Jagd, die bleibt

Die Rentierjagd in den nordöstlichen Fjords Islands verlangt körperliche Fitness, Ausdauer und die Bereitschaft, sich vollständig dem Rhythmus dieser wilden, unberechenbaren Landschaft anzupassen. Die ersten Tage mit ihrem undurchdringlichen Nebel waren kein Misserfolg – sie waren eine notwendige Lektion in Demut.

Und die Mauser 18 Extreme? Sie war in diesem unwirtlichen Terrain genau das, was man von einem Jagdgewehr erwarten darf: absolut zuverlässig, robust und präzise – selbst nach einem schweißtreibenden Aufstieg über steiniges Geröll. Ein Werkzeug, das seinem Ruf in jeder Situation gerecht wird. Die Mauser 18 Extreme hat sich auf dieser Jagd von Beginn an bewährt. Trotz des feuchten Klimas, der Kälte, dem Schlamm und gelegentlichen Ausrutschern beim Aufstieg. Die Cerakote-Tungsten-Beschichtung des Laufs hat dem rauen isländischen Wetter perfekt standgehalten – keine Rostflecken, keine Kratzer. Robuster und zuverlässiger kann ein Jagdgewehr in diesem Gelände nicht sein.

 

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